FIM#2: den neuen Helmstandard für die Rennstrecke ab 2026 verstehen
Das 2016 gestartete Homologationsprogramm FRHPhe (FIM Racing Homologation Programme for helmets), dessen Ziel es ist, die Schutzanforderungen für im Wettbewerb eingesetzte Helme zu erhöhen, tritt mit dem neuen Standard FIM2 (bzw. FRHPhe-02) in seine zweite Phase ein. Shark erklärt die Hintergründe dieses Programms sowie die neuen Vorschriften 2026 für MotoGP-Fahrer.
Kurz zusammengefasst:
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Das von der FIM 2016 eingeführte FRHPhe-Programm hat das Ziel, das Sicherheitsniveau von Rennhelmen deutlich anzuheben.
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Der Standard FIM#2 (FRHPhe-02) markiert einen neuen Meilenstein mit verstärkten Schutzanforderungen, die an die realen Bedingungen im Rennsport angepasst sind.
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Ab 2026 wird er zum Referenzstandard für den internationalen Rennstreckenwettbewerb, insbesondere in der MotoGP.
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Helme werden künftig modell- und größenbezogen homologiert, mit verbesserter Rückverfolgbarkeit.
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Historie des FRHPhe-Projekts: wenn der Rennsport zum Sicherheitslabor wird
Der Motorradrennsport spielt seit jeher eine zentrale Rolle bei der Weiterentwicklung von Schutzausrüstungen. Mitte der 2010er-Jahre wurde jedoch klar, dass bestehende Normen – selbst die strengsten – die realen Aufprallszenarien bei extrem hohen Geschwindigkeiten nicht mehr ausreichend abbilden.
Vor diesem Hintergrund führte die FIM 2016 das FRHPhe-Programm ein. Ziel war es, eine speziell für den Motorradrennsport entwickelte Helm-Homologation zu schaffen, unabhängig von Straßennormen und basierend auf der Analyse realer Unfälle.
FRHPhe-01: ein erster Durchbruch
Die erste Phase des Programms, FRHPhe-01, brachte wesentliche Neuerungen:
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höhere Aufprallgeschwindigkeiten als bei ECE-Normen,
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Tests an verschiedenen Bereichen des Helms,
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Homologation nach Modell und Größe.
Ab 2019 wurde dieser Standard schrittweise in den Spitzenklassen, darunter der MotoGP, verpflichtend und später auf weitere internationale Meisterschaften ausgeweitet.
FRHPhe-02: Phase 2 des FIM-Programms
Die Forschung ging weiter. Die im Rennbetrieb gesammelten Daten, neue Materialien und ein besseres Verständnis von Kopfverletzungen – insbesondere rotationsbedingten Traumata – führten dazu, dass die FIM die Anforderungen erneut verschärfte.
Das Ergebnis ist die zweite Phase des Programms, offiziell eingeführt mit dem Standard FRHPhe-02, auch bekannt als FIM#2.
Was der Standard FRHPhe-02 ab 2026 für Rennfahrer verändert
Ab dem 1. Januar 2026 wird der Standard FRHPhe-02 zur verpflichtenden Referenz für internationale Rennstreckenwettbewerbe. Für die Fahrer bedeutet dies einen Helm, der noch stärker auf die realen Belastungen des Rennsports ausgelegt ist.
Tests näher an der Realität
FIM2 verschärft mehrere zentrale Punkte:
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schräge Aufpralltests zur Messung rotationsbedingter Beschleunigungen, die heute als Hauptursache für Gehirnerschütterungen gelten,
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höhere Aufprallenergien, angepasst an die in der MotoGP erreichten Geschwindigkeiten,
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Mehrfachaufpralle, auch auf denselben Bereich,
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Umweltprüfungen (Hitze, UV-Strahlung, Feuchtigkeit, Alterung).
Ziel ist es nicht nur, Frakturen zu vermeiden, sondern schwere Hirnverletzungen zu reduzieren.
Eine noch strengere Homologation
Mit FIM#2:
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wird jede Helmgröße separat getestet,
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erscheint jedes Modell auf einer offiziellen FIM-Liste,
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ermöglicht eine spezielle Kennzeichnung am Kinnriemen eine sofortige Kontrolle im Wettbewerb.
Für MotoGP-Fahrer wird der Helm damit zu einem Performance-Bauteil ebenso wie zu einem zentralen Schutzelement – ausgelegt für extremste Szenarien.
Anwendbare Normen im Rennstreckenbetrieb
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Disziplin / Niveau |
Akzeptierter Standard 2026 |
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MotoGP / WorldSBK |
FRHPhe-02 (FIM#2) verpflichtend |
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Langstrecken-WM (EWC) |
FRHPhe-02 |
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Nationale Elite-Meisterschaften |
FRHPhe-02 oder gleichwertig laut Reglement |
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Trackdays / freies Fahren |
ECE 22.05 / ECE 22.06 |
Was FIM#2 für den Helmmarkt bedeutet
Auch wenn der Standard FRHPhe-02 speziell für den Rennsport entwickelt wurde, reicht sein Einfluss weit über das Fahrerlager hinaus.
Der Rennsport als technologischer Beschleuniger
Zahlreiche Innovationen aus dem Rennsport haben sich im Laufe der Zeit durchgesetzt:
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Multidichte-Strukturen,
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Carbonfasern und moderne Verbundwerkstoffe,
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optimierte Energiedissipation.
FIM#2 zwingt Hersteller dazu, neue Schalengeometrien, neue EPS-Konzepte und fortschrittliche Systeme zur Kontrolle von Rotationskräften zu entwickeln, die später auch Serienhelme inspirieren können.
Auf dem Weg zu einer Konvergenz der Standards?
Auch wenn FIM#2 nicht für den Straßenverkehr vorgesehen ist, definiert es einen neuen Leistungsmaßstab. Langfristig könnten einzelne Anforderungen in zukünftige Verbrauchernormen einfließen – wie es der Rennsport bereits in der Vergangenheit gezeigt hat.
Für Alltagsfahrer bedeutet das:
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besser schützende Helme,
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ein tieferes Verständnis von Aufprallmechanismen,
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höhere Anforderungen an Qualität und Rückverfolgbarkeit.
Unterschiede zwischen Rennsport- und Alltagsnormen
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Kriterium |
ECE 22.06 (Straße) |
FRHPhe-02 (FIM#2) |
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Haupteinsatz |
Straße / Freizeitstrecke |
Internationaler Wettbewerb |
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Schräge Aufpralle |
Ja |
Ja (strenger) |
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Rotationsbeschleunigung |
Gemessen |
Verschärfte Kriterien |
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Größenbezogene Homologation |
Nein |
Ja |
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Aufprallenergie |
Moderat |
Sehr hoch |
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Zielgruppe |
Endverbraucher |
Profi-Rennfahrer |
Mit dem Standard FRHPhe-02 setzt die FIM einen neuen Maßstab im Schutz von Spitzenfahrern. Mehr als eine regulatorische Weiterentwicklung verkörpert FIM#2 eine klare Vision: den Rennsport als Innovationsfeld zu nutzen, um die Grenzen der Sicherheit weiter zu verschieben.
Bei Shark entspricht diese Philosophie einer festen Überzeugung: Jeder Fortschritt, der für Elitefahrer erzielt wird, trägt langfristig zur Verbesserung der Sicherheit aller Motorradfahrer bei.
Shark und FIM#2: Rennsport-Engagement im Dienst der Sicherheit
Für Shark ist der Rennsport kein Marketinginstrument, sondern ein echtes Entwicklungslabor, in dem jede Herausforderung zur Innovationschance wird. Die Einführung des Standards FIM#2 (FRHPhe-02) fügt sich nahtlos in diese Philosophie ein und verlängert das langjährige Engagement der Marke auf höchstem Niveau des Motorradrennsports.
Mit dieser klaren Ausrichtung bekräftigt Shark eine starke Überzeugung:
Die Zukunft des Motorradhelms entsteht dort, wo die Anforderungen am höchsten sind – und jeder Fortschritt im Rennsport ist ein weiterer Schritt hin zu noch besserem Schutz für alle.
Entdecken Sie unsere FIM2-homologierten AERON GP FIM RACING#2 Helme.